Online-Zulassung über i-Kfz: So läuft die digitale Zulassung ab
Die eVB ist eine vorläufige Zusage – mit Bedingungen
Wer sein Fahrzeug online über i-Kfz zulassen möchte, braucht eine eVB-Nummer. Diese elektronische Versicherungsbestätigung ist eine vorläufige Deckungszusage des Versicherers: Ab der Zulassung besteht vorläufiger Haftpflichtschutz, bis der endgültige Vertrag zustande kommt. Dieser Schutz hat aber Bedingungen. Zahlst du nach Erhalt des Versicherungsscheins den ersten Beitrag nicht rechtzeitig und hast du das zu vertreten, kann der vorläufige Schutz nach den üblichen Bedingungen rückwirkend entfallen. Kommt der Vertrag dagegen nicht zustande oder kündigt der Versicherer den vorläufigen Schutz, endet er für die Zukunft. Maßgeblich sind die Bedingungen deines Versicherers.
Was die Online-Zulassung praktisch bedeutet
Das Portal i-Kfz ist das Online-Verfahren der Zulassungsbehörden. Je nach Bundesland und Kommune kannst du damit verschiedene Vorgänge erledigen: die Neuzulassung, die Umschreibung auf einen neuen Halter, die Wiederzulassung nach einer Abmeldung oder auch die Abmeldung selbst. Nicht jede Behörde bietet alle Funktionen an. Welche Vorgänge online möglich sind, hängt davon ab, welche i-Kfz-Funktionen dein Zulassungsbezirk bereitstellt. Ob dein Zulassungsbezirk die Online-Zulassung unterstützt, erfährst du auf der Website deiner Zulassungsstelle.
Das brauchst du für i-Kfz
- einen Personalausweis mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion (oder einen elektronischen Aufenthaltstitel bzw. die eID-Karte) und die sechsstellige PIN
- ein NFC-fähiges Smartphone mit einer Ausweis-App oder ein Kartenlesegerät am Computer
- die Zulassungsbescheinigung Teil II und – bei schon zugelassenen Fahrzeugen – Teil I, jeweils mit dem verdeckten Sicherheitscode; ältere Dokumente ohne Sicherheitscode eignen sich nicht für den Online-Weg
- für die Abmeldung – und bei einer Umschreibung, wenn sich das Kennzeichen ändert – zusätzlich die Sicherheitscodes unter den Stempelplaketten der Kennzeichen; für die Wiederzulassung die bei der Abmeldung entwertete Zulassungsbescheinigung Teil I
- eine gültige eVB-Nummer (nicht bei der reinen Abmeldung)
- für die Kfz-Steuer ein SEPA-Lastschriftmandat und für die Gebühren eine Online-Zahlungsmöglichkeit
Welche Unterlagen im Einzelfall zusätzlich verlangt werden, zeigt das Online-Portal deiner Zulassungsbehörde.
Nicht jeder Zulassungsbezirk bietet alle i-Kfz-Funktionen an
Die digitale Zulassung ist keine bundesweit einheitliche Angelegenheit. Das Angebot unterscheidet sich noch von Behörde zu Behörde. In manchen Regionen kannst du nur die Daten übermitteln und musst trotzdem persönlich vorbeikommen, in anderen läuft der gesamte Vorgang digital. Bevor du dich auf den Online-Weg verlässt, prüfe, welche Funktionen dein Zulassungsbezirk konkret anbietet. Die Reservierung eines Wunschkennzeichens ist häufig online möglich – die eigentliche Zulassung kann aber trotzdem einen Besuch erfordern.
Die eVB ist nicht unbegrenzt gültig
Eine eVB-Nummer hat eine begrenzte Gültigkeit. Die genaue Dauer steht in der Bestätigung deines Versicherers und ist je nach Versicherer unterschiedlich. Wenn du die Online-Zulassung nicht innerhalb dieses Zeitraums abschließt, musst du eine neue eVB beantragen. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn du die Zulassung vorbereitest, aber der Termin bei der Zulassungsstelle erst später stattfindet. Achte darauf, dass die eVB zum Zeitpunkt der Zulassung noch gültig ist. Die Zulassungsstelle prüft das elektronisch.
Falsche Angaben können die Zulassung verzögern
Viele Daten übernimmt das Portal aus deinem Online-Ausweis und über die Sicherheitscodes. Was du selbst eingibst – etwa Fahrzeug-Identifizierungsnummer, Kennzeichen, eVB-Nummer oder Bankverbindung –, sollte stimmen: Fehler führen dazu, dass die Zulassung abgelehnt wird oder du später Korrekturen vornehmen musst. Nimm dir Zeit und gleiche die Angaben mit der Zulassungsbescheinigung Teil I ab. Auch die Angaben zur Versicherung müssen stimmen: Die eVB-Nummer ist auf eine bestimmte Person ausgestellt – die Angaben zum Halter müssen dazu passen.
Worauf es bei der Versicherung für die Zulassung ankommt
Bevor du online zulässt, brauchst du eine gültige eVB. Die bekommst du von deinem Kfz-Versicherer. Welche Versicherung für dich die richtige ist, hängt von mehreren Faktoren ab, die du vor der Zulassung klären solltest. Die wichtigsten Kriterien:
- Typklasse und Regionalklasse: Diese Klassen bestimmen den Beitrag für die Haftpflicht und die Kasko. Sie hängen vom Fahrzeugmodell und vom Zulassungsbezirk ab.
- Schadenfreiheitsklasse: Deine SF-Klasse entscheidet über den Beitragssatz. Sie wird aus deiner Schadenhistorie abgeleitet.
- Fahrerkreis: Wer das Fahrzeug fahren darf, beeinflusst den Beitrag. Ein enger Fahrerkreis kann den Beitrag senken, aber im Schadenfall zählt, wer wirklich gefahren ist.
- Selbstbeteiligung: In der Kasko kannst du eine Selbstbeteiligung wählen. Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Beitrag, kostet dich aber im Schadenfall bares Geld.
- Werkstattbindung: Manche Tarife bieten einen günstigeren Beitrag, wenn du die Reparatur in einer Vertragswerkstatt durchführen lässt.
- Rabattschutz: Dieser Baustein verhindert die Rückstufung in der SF-Klasse nach einem Schaden – aber nur beim selben Versicherer.
- Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit: In der Kasko kann vereinbart werden, dass der Versicherer bei grober Fahrlässigkeit trotzdem zahlt.
- Neupreisentschädigung: Bei einem neuen Pkw zahlt die Vollkasko je nach Tarif bei Totalschaden oder Diebstahl innerhalb einer festgelegten Frist den Neupreis statt des Wiederbeschaffungswerts.
Entscheidend sind immer die konkreten Versicherungsbedingungen deines Tarifs. Es kommt auf dein Fahrzeug, deine Nutzung und deinen Fahrerkreis an.
Was du selbst tun kannst
- Prüfe, ob die Online-Ausweisfunktion deines Ausweises freigeschaltet ist und du deine PIN kennst.
- Besorge dir die Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II – du benötigst sie für die Angaben.
- Prüfe, ob deine eVB-Nummer noch gültig ist. Die genaue Gültigkeitsdauer steht in der Bestätigung deines Versicherers.
- Reserviere ein Wunschkennzeichen, wenn dein Zulassungsbezirk das anbietet.
- Gleiche die Fahrzeugdaten mit der Zulassungsbescheinigung ab, bevor du sie eingibst.
- Kontrolliere, ob dein Fahrerkreis und die geplante Nutzung im Versicherungsvertrag korrekt sind – falsche Angaben können im Schadenfall zu Problemen führen.
Wie ich dabei helfen kann
Bevor du die Online-Zulassung startest, solltest du sicherstellen, dass deine Versicherung zu deinem Fahrzeug und deiner Nutzung passt. Als Makler vergleiche ich die Angebote verschiedener Versicherer. Ich prüfe deinen bestehenden Vertrag, deine Einstufung und den Deckungsumfang und ordne ein, wo Spielraum besteht und wo ein Wechsel nichts bringt. Wenn du möchtest, schauen wir uns deinen Vertrag gemeinsam an.
Wenn du noch keine eVB hast, kannst du sie bei deinem Versicherer anfordern – oder wir kümmern uns darum, dass du eine bekommst. Schau dir dazu auch meine Informationen zur eVB-Nummer an.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Maßgeblich für deinen Versicherungsschutz sind die konkreten Bedingungen deines Versicherungsvertrags.
Frage zu deinem eigenen Vertrag?
Ein Ratgeber beschreibt den Regelfall. Deiner kann anders liegen – wir schauen ihn uns an.
Unsere Beratung ist für dich kostenfrei. Wir werden im Erfolgsfall vom Versicherer über eine im Beitrag enthaltene Courtage vergütet – dein Beitrag erhöht sich dadurch nicht.
