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Schadenfreiheitsklasse übertragen

Der Schadenfreiheitsrabatt (SFR) kann unter bestimmten Voraussetzungen von einer anderen Person — meist einem Familienangehörigen — übernommen oder aus eigenen früheren Verträgen angerechnet werden. Grundlage sind die AKB und Tarifbedingungen des Versicherers, nicht ein Gesetz. Die Übertragung ist auf die Jahre begrenzt, die der Übernehmer selbst hätte unfallfrei fahren können; der Abgeber verliert seinen Rabatt.

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Wer seine SF-Klasse übertragen darf

Wer abgeben und wer übernehmen darf, regelt der Versicherer in seinen Bedingungen – ein Gesetz dazu gibt es nicht. Typischerweise kommen diese Fälle in Frage:

  • Eltern oder Großeltern an Kind oder Enkel – der häufigste Fall, etwa wenn die Eltern selbst nicht mehr fahren. Typisch nach dem begleiteten Fahren ab 17, wenn das Kind das Auto der Eltern schon länger fährt.
  • Ehe- und eingetragene Lebenspartner, je nach Versicherer auch Lebensgefährten im selben Haushalt oder Geschwister.
  • Firmenwagen auf den privaten Vertrag: Hast du einen Dienstwagen auch privat genutzt, lässt sich dessen Schadenfreiheit je nach Versicherer mitnehmen – meist nur, wenn Arbeitgeber und Versicherer schriftlich zugestimmt haben.

Welche Bedingungen typischerweise gelten

  • Nicht mehr Jahre als Führerschein-Jahre: Übernehmen kannst du höchstens so viele schadenfreie Jahre, wie du deinen Führerschein hast. Wer ihn seit drei Jahren hat, bekommt höchstens drei Jahre angerechnet.
  • Nur belegbare Fahrpraxis: Oft verlangt der Versicherer, dass du das Fahrzeug des Abgebenden überwiegend selbst gefahren hast.
  • Der Abgebende verliert seine SF-Klasse – endgültig. Zurückübertragen geht nicht, und übertragen wird an eine Person.
  • Beide müssen zustimmen: Der Abgebende unterschreibt einen Verzicht, du unterschreibst als Übernehmer.

Wie viel eine Klasse am Ende wert ist und was ein Schaden danach kostet, zeigt die Rückstufungstabelle im Ratgeber.

So läuft die Übertragung ab

  1. 1Antrag ausfüllen: Versicherer haben dafür ein eigenes Formular (oft „SFR-Abtretung“ genannt) – oder du erstellst das Schreiben unten mit der Vorlage.
  2. 2Beide unterschreiben, dazu meist eine Kopie deines Führerscheins und die Vertragsdaten beider Seiten.
  3. 3Einreichen – je nach Versicherer beim Versicherer des Abgebenden oder bei dem, der den neuen Vertrag führt.
  4. 4Der Versicherer prüft und stuft deinen Vertrag um oder schließt den neuen Vertrag mit der übernommenen SF-Klasse.

Gleichzeitig den Versicherer wechseln? Dann lies vorher, wie du eine Deckungslücke beim Wechsel vermeidest. Als Fahranfänger findest du mehr unter Kfz-Versicherung für Fahranfänger, und den Beitrag mit übernommener Klasse kannst du hier selbst vergleichen.

Unverbindliche Mustervorlage – kein Rechtsanspruch. Die SFR-Übertragung richtet sich nach den AKB/Tarifbedingungen deines Versicherers und liegt in dessen Ermessen. Keine Rechtsberatung/Rechtsdienstleistung (RDG). Beachte: der Abgeber verliert dadurch seinen eigenen Rabatt. Für Inhalt und Verwendung bist allein du verantwortlich. Eine Haftung des Anbieters ist ausgeschlossen.

1 · Um welchen Fall geht es?
2 · Deine Angaben (Übernehmer / Absender)
3 · Dein Versicherer (Empfänger)
4 · Details zur Übertragung

Wann eine Übertragung möglich ist

Versicherer erlauben eine SFR-Übertragung typischerweise zwischen nahen Angehörigen oder Personen in häuslicher Gemeinschaft, wenn der Übernehmer das Fahrzeug des Abgebers regelmäßig genutzt hat oder nutzen durfte. Übertragen werden höchstens so viele schadenfreie Jahre, wie der Übernehmer seit seinem Führerscheinerwerb selbst hätte fahren können. Alternativ lassen sich eigene, früher erworbene SF-Jahre nach einer Fahrzeugabmeldung wieder anrechnen (meist über mehrere Jahre möglich).

Was du beachten musst

Die Übertragung ist eine Ermessensentscheidung nach den Bedingungen des jeweiligen Versicherers — kein durchsetzbarer Rechtsanspruch. Der Abgeber verliert durch die Übertragung seinen eigenen Schadenfreiheitsrabatt und wird zurückgestuft. Kläre das vorher gemeinsam. Für die Anrechnung eigener Jahre kann der Versicherer eine Bestätigung des Vorversicherers verlangen.

Häufige Fragen

Kann ich den Schadenfreiheitsrabatt meiner Eltern übernehmen?

Häufig ja, wenn ein enges Verhältnis besteht (z. B. Eltern-Kind, Ehe-/Lebenspartner, häusliche Gemeinschaft) und du das Fahrzeug regelmäßig genutzt hast oder nutzen durftest. Es gelten die AKB des Versicherers; ein gesetzlicher Anspruch besteht nicht.

Wie viele schadenfreie Jahre kann ich übernehmen?

Höchstens so viele Jahre, wie du seit deinem Führerscheinerwerb selbst unfallfrei hättest fahren können. Ältere SF-Klassen des Abgebers werden entsprechend gekürzt.

Was passiert mit dem Rabatt des Abgebers?

Der Abgeber verliert durch die Übertragung seinen Schadenfreiheitsrabatt und wird bei einem eigenen Vertrag neu eingestuft. Das sollte vorher abgesprochen sein.

Kann ich meine eigenen alten SF-Jahre wieder nutzen?

Ja. Wenn du ein Fahrzeug abgemeldet hast, bleiben deine schadenfreien Jahre in der Regel mehrere Jahre erhalten und können bei einem neuen Vertrag angerechnet werden. Der Versicherer kann eine Bestätigung des Vorversicherers verlangen.

Ist die Übertragung verbindlich?

Nein. Es handelt sich um einen Antrag nach den Bedingungen des Versicherers, keinen gesetzlichen Anspruch. Der Versicherer entscheidet im Rahmen seiner Tarifbestimmungen.

Fragen zu deinem Vertrag? Du kannst mir eine Nachricht schreiben – zum Kontaktformular. Das Schreiben ersetzt keine Beratung.

Geprüft von Benjamin Marcel Farmer · Versicherungsmakler (§ 34d GewO) · Reg.-Nr. D-JVL9-5PHSL-51 · Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern