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Unfall richtig melden: Beweise sichern und Schaden regulieren

· 5 Min. Lesezeit · von Benjamin Marcel Farmer, Versicherungsmakler (§ 34d GewO)

Die Meldung an den Versicherer ist nicht die Anzeige bei der Polizei

Nach einem Unfall gibt es zwei verschiedene Meldungen: die an die Polizei und die an deinen Versicherer. Beide haben unterschiedliche Zwecke. Die Polizei dokumentiert den Unfall für die Strafverfolgung und Ordnungswidrigkeiten – rufe sie auf jeden Fall, wenn es Verletzte gibt, der Unfallgegner flüchtet oder sich nicht ausweist oder ihr euch über den Hergang nicht einig seid. Die Schadenmeldung an deinen Versicherer ist dagegen immer nötig, wenn du einen Schaden regulieren lassen willst. Mit ihr erfüllst du deine Anzeigepflicht – eine Zusage, dass der Versicherer zahlt, ist sie noch nicht.

Was du nach einem Unfall tun solltest

Bleib ruhig, sichere die Unfallstelle ab, leiste Erste Hilfe. Dann dokumentiere den Unfall: Fotos von den Fahrzeugen, den Schäden, der Position, dem Nummernschild, der Unfallstelle. Notiere dir die Kontaktdaten des Unfallgegners, seine Versicherungsdaten, Kennzeichen. Wenn es Zeugen gibt, nimm ihre Kontaktdaten auf. Erstelle eine Unfallskizze. All das hilft später bei der Regulierung.

Dann melde den Schaden deinem Versicherer. Die meisten Versicherer haben dafür eine Schadenhotline oder eine App. Du kannst die Meldung auch schriftlich per Formular machen. Wichtig ist, dass du den Schaden schnell meldest – maßgeblich ist die Frist in deinen konkreten AKB.

Was du bei der Schadenmeldung angeben solltest

  • Deine Versicherungsnummer und das Kennzeichen
  • Datum, Uhrzeit und Ort des Unfalls
  • Beteiligte Fahrzeuge und Personen
  • Eine Beschreibung des Unfallhergangs
  • Fotos und Skizzen, wenn vorhanden

Je nach Tarif kann die Meldung auch per App oder online erfolgen. Entscheidend sind die konkreten Versicherungsbedingungen.

Die Meldung ist keine Anerkennung der Schuld

Wenn du deinem Versicherer den Unfall meldest, gibst du damit nicht zu, dass du schuld bist. Die Schadenmeldung dient nur der Information. Der Versicherer prüft den Schadenhergang und die daraus folgenden Ansprüche anhand der vorliegenden Informationen. Schildere den Hergang trotzdem sachlich, vollständig und wahrheitsgemäß – falsche oder unvollständige Angaben gegenüber dem eigenen Versicherer können den Schutz gefährden.

Beweise sichern: Fotos, Zeugen, Skizze

Je besser deine Beweise sind, desto einfacher ist die Regulierung. Fotos vom Unfallort, von den Schäden, von der Position der Fahrzeuge und den Bremsspuren können entscheidend sein. Zeugenaussagen können helfen, wenn der Unfallhergang unklar ist. Eine Unfallskizze kann das Geschehen verdeutlichen. Achte darauf, dass du die Bilder nicht nachträglich veränderst – sie müssen den Zustand unmittelbar nach dem Unfall zeigen.

Fristen: Schnell melden

In vielen Kfz-Verträgen ist eine unverzügliche bzw. fristgerechte Schadenmeldung vorgesehen. Maßgeblich sind deine konkreten AKB. Wenn du zu lange wartest, kann der Versicherer die Leistung kürzen oder verweigern. Je schneller du meldest, desto besser. Auch wenn du dir unsicher bist, ob der Schaden gemeldet werden muss: Melde ihn lieber zu früh als zu spät.

Worauf du bei deinem Vertrag achten solltest

Bei der Schadenregulierung spielen mehrere Faktoren aus deinem Vertrag eine Rolle:

  • Typklasse und Regionalklasse – sie bestimmen den Beitrag, haben aber keinen Einfluss auf die Regulierung.
  • Schadenfreiheitsklasse – sie entscheidet über die Rückstufung nach einem Schaden.
  • Fahrerkreis – wenn du einen Schaden mit einem nicht eingetragenen Fahrer hast, kann das problematisch sein.
  • Selbstbeteiligung – diese musst du im Schadenfall selbst tragen.
  • Werkstattbindung – wenn du eine hast, musst du die Partnerwerkstatt nutzen, sonst kürzt der Versicherer die Leistung.
  • Rabattschutz – er verhindert die Rückstufung, aber nicht in jedem Fall.
  • Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit – das ist ein Zusatzbaustein.
  • Neupreisentschädigung – wichtig bei Neufahrzeugen.

Diese Punkte beeinflussen, wie viel du nach einem Schaden selbst zahlen musst und wie sich dein Beitrag entwickelt. Es lohnt sich, den Vertrag zu prüfen, bevor ein Schaden eintritt.

Was du selbst tun kannst

  • Lege dir eine Checkliste ins Handschuhfach: Was tun nach einem Unfall.
  • Prüfe heute deinen Vertrag: Wie hoch ist deine Selbstbeteiligung? Hast du Werkstattbindung?
  • Notiere dir die Schadenhotline deines Versicherers.
  • Mache Fotos von deinem Fahrzeug und den Papieren – das hilft bei der Meldung.

Wie ich dabei helfen kann

Als Makler vergleiche ich die Angebote verschiedener Versicherer. Hattest du einen Schaden, begleite ich die Meldung an deinen eigenen Versicherer, wenn dein Vertrag über mich läuft. Für Ansprüche gegen den Unfallgegner ist eine Anwältin oder ein Anwalt für Verkehrsrecht der richtige Weg.

Du bist dir unsicher, ob dein Vertrag im Schadenfall ausreichend ist? Ich prüfe deinen bestehenden Vertrag, deine Einstufung und den Deckungsumfang und ordne ein, wo Spielraum besteht und wo ein Wechsel nichts bringt. Wenn du möchtest, schauen wir uns deinen Vertrag gemeinsam an.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Maßgeblich sind die konkreten Versicherungsbedingungen deines Vertrags.

Frage zu deinem eigenen Vertrag?

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